Mag. art. Eva Kleinsasser
Schloss Eggenberg, Universalmuseum Joanneum GmbH
Schloss Eggenberg, Eggenberger Allee 90, 8020 Graz
Im Jahr 2024 wurden wir mit der Konservierung und Restaurierung der wandgebundenen Ölmalereien in den Fensternischen der Prunkräume 04, 05 und 10 von Schloss Eggenberg beauftragt. Die Marouflagen hatten durch jahrhundertelange klimatische Exposition (Sonnenlicht, Wärme und Klimaschwankungen) erhebliche Schäden erlitten. Das Schadensbild war geprägt durch eine fragile Malschicht mit bereits großen Verlusten, mechanischen Schäden am Bildträger sowie sekundären Überarbeitungen. Ziel unserer Konservierung bzw. Restaurierung war die nachhaltige Stabilisierung der originalen Substanz sowie eine ästhetische Verbesserung, um den ursprünglichen Charakter der Malereien möglichst wiederherzustellen.
Die Marouflagen in den Fensternischen befinden sich aus konservatorischer Sicht in einem sehr schlechten Zustand. Die Oberfläche der Malerei ist stark verschmutzt, und der ästhetische Gesamteindruck wird durch teilweise stark vergilbte und farblich unpassende Übermalungen erheblich beeinträchtigt. In den besonders sonnenexponierten Bereichen wölbt sich die Malschicht schüsselförmig auf, zudem gibt es zahlreiche Fehlstellen. Besonders betroffen sind die unteren zwei Drittel der Laibungen sowie die Lambris- und Parapetflächen. Diese Bereiche sind großflächig übermalt und stark verschmutzt. In den Parapetflächen finden sich zudem zahlreiche Rinnspuren, Spritzer und Flecken. Die Sockelzonen sind mit einer wachsartigen Schicht überzogen und weisen zahlreiche Löcher sowie Risse im Bildträger auf.
Zu unseren Aufgaben zählten neben einer eingehenden Bestandsaufnahme und maltechnischen Untersuchungen insbesondere die Festigung der Malschicht und das Niederlegen der aufgewölbten Malschichtschollen, die Abnahme sekundärer Übermalungen und Retuschen sowie die Ergänzung und Integration von Fehlstellen sowohl im Bildträger als auch in der Malschicht.
Mag. art. Eva Kleinsasser
Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. Schönbrunner Schloßstrasse 47, 1130 Wien
Schloss Schönbrunn, 1.OG, Prunkräume der Beletage, Westflügel
Im Rahmen dieses Projekts wurde die weiß-goldene Fassung der hölzernen Wandvertäfelung im Kinderzimmer von Schloss Schönbrunn konserviert und restauriert. Nach einer genauen Bestandsaufnahme und Schadenskartierung wurden vielfältige Maßnahmen umgesetzt, um die historische Substanz zu bewahren. Konservatorisch wurden Risse geschlossen, Malschichten gefestigt und Oberflächen gereinigt. Restauratorisch lag der Fokus auf der sorgfältigen Integration von Fehlstellen, um ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen. Mechanische Schäden wurden behoben, und die Nullflächen erhielten eine neue Fassung. Alle Arbeiten orientierten sich an dem Ziel, die Originalsubstanz so weit wie möglich zu erhalten.
Mag. art. Eva Kleinsasser
Universalmuseum Joanneum, Mariahilfer Platz 2-4, 8020 Graz
Erzherzog Johann Museum, Schloss Stainz, Schlossplatz 1, 8510 Stainz
Atelier, Schießstattgasse 18, 8010 Graz
Im März und April 2024 wurde das Rundgemälde „Andreas Hofer“ samt Zierrahmen, das im Erzherzog Johann Museum Schloss Stainz ausgestellt ist, konserviert und restauriert. Nach einer detaillierten Bestandsaufnahme und Schadenskartierung wurden vielfältige Maßnahmen zur Erhaltung der historischen Substanz durchgeführt. Zu den konservatorischen Arbeiten zählten die Abnahme des Gemäldes vom Spannrahmen, das Niederlegen der Kanten mit reduzierter Feuchtigkeit und die Oberflächenreinigung. Der Bildträger wurde durch Feuchtbehandlung mit Goretex-Vlies geglättet, und Risse wurden mit imprägnierten Leinwandfäden gesichert. Schäden am Zierrahmen wurden behoben und fehlende Teile ergänzt. Zur weiteren Behandlung gehörten die Reinigung der Oberflächen, das behutsame Nacharbeiten mit Gouache- und Aquarellfarben sowie die Montage des Gemäldes im Rahmen.
Mag. art. Eva Kleinsasser
Dompfarramt Graz
Dom, Graz. Burggasse 3, 8010 Graz
Atelier: Schießstattgasse 18, 8010 Graz
In drei Bauabschnitten wurden alle Gemälde des Grazer Doms umfassend konserviert und restauriert. Im ersten Abschnitt standen die Gemälde der Seitenaltäre und des Mittelschiffs im Fokus, darunter das „Verkündigungsbild“ von Pietro de Pomis (1618). Das Bild, mehrfach übermalt, beschnitten und auf drei verklebte Leinwände dubliert, zeigte zahlreiche Schnitte und Schäden. Vermutlich wurde es in den 1760er Jahren aus zwei Werken de Pomis’ zusammengefügt. Nach der Reinigung und Entfernung von Firnis und Übermalungen kamen umfangreiche Schnitte und Fehlstellen zum Vorschein. Die Restaurierung umfasste das Wiederverkleben der Schnitte, das Kitten und die Integration der Fehlstellen, wobei die Restauriergeschichte sichtbar blieb. Das Altarbild des rechten Seitenaltars, ebenfalls de Pomis zugeschrieben, wurde ähnlich, aber weniger stark beschädigt, restauriert. Im zweiten Abschnitt wurden das Hochaltarbild, die Gemälde im Presbyterium von Franz Ignaz Flurer, das Votivbild für Erzherzog Karl II (1592, Jacob de Monte) und das Kanzelbild bearbeitet. Im dritten Abschnitt 2021 folgten die Gemälde der Seitenkapellen.
Mag. art. Eva Kleinsasser
Pfarre Mariatrost
Basilika Mariatrost, Graz
Ab 2019 wurde die polychrom gefasste, vergoldete Raumausstattung sowie alle Gemälde der Basilika Mariatrost in Graz umfassend restauriert. Die initiale Bestandsaufnahme diente als Grundlage zur Planung und Festlegung der Ziele in Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und dem Bundesdenkmalamt. Im Fokus standen konservatorische Maßnahmen zur Erhaltung der Werke. Restauratorische Eingriffe wurden punktuell vorgenommen, um die ursprüngliche Qualität sichtbar zu machen und ein harmonisches Gesamtbild herzustellen. Von 2020 bis 2023 erfolgte die Restaurierung an Hochaltar, Quer- und Seitenaltären, Kanzel, Orgelempore, Lourdeskapelle sowie an Skulpturen und Rahmen. Arbeiten umfassten Holzfestigung, Anobienbekämpfung, Riss- und Hohlstellenkonsolidierung, Oberflächenreinigung und die dezente Retusche von Fassungsfehlstellen. Eine besondere Herausforderung stellte stellenweise auftretender Schimmelbefall dar. Um weiteren Schäden vorzubeugen, wurden Maßnahmen zur Klimakontrolle und ein regelmäßiges Monitoring vorgeschlagen. Parallel dazu wurden sämtliche Gemälde der Basilika, einschließlich Querschiffe, Seitenaltäre und Kreuzwegbilder, restauriert. Alle Schritte wurden umfassend dokumentiert, inklusive Schadensanalysen und Klimabeobachtung.
Mag. art. Eva Kleinsasser
Pfarre Mariatrost
Basilika Mariatrost, Ost-Trakt des ehemaligen Klostergebäudes, Graz
Das Projekt umfasste die konservatorische und restauratorische Bearbeitung des Stifterfreskos im Ost-Trakt des ehemaligen Klostergebäudes der Basilika Mariatrost. Die Arbeiten wurden im Februar 2023 durchgeführt und beinhalteten umfassende Maßnahmen zur Sicherung und Wiederherstellung der historischen und ästhetischen Qualität des Freskos.
Das Fresko, ein illusionistisches Deckenfresko aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, zeigt die Stiftung der Kirche Mariatrost durch Franz Caspar Conduzi und seine Frau, die eine Stifterurkunde an Madonna mit Engelsgefolge übergeben. Weitere Darstellungen umfassen Marienanbetende, Putten, Engel und die vier Kontinente in Eckmedaillons. Das Fresko ist auf einer Dippelbaumdecke mit Schilfrohrmatten und Putzschichten ausgeführt, die stark beschädigt und mit unsachgemäßen Materialien repariert war.
Die konservatorischen Maßnahmen beinhalteten die Reinigung der Oberfläche, die Konsolidierung von Putz- und Malschichten sowie die Reparatur und Wiederbefestigung der beschädigten Decke. Mechanische Schäden, die durch frühere unsachgemäße Reparaturen verursacht wurden, wurden behoben, und die Stabilität der Decke wurde überprüft und gesichert. Restauratorische Maßnahmen umfassten Integration der Fehlstellen der Fresco- und Seccomalereien. Die historische Farbgebung und Textur des Freskos wurden sorgfältig rekonstruiert, um ein harmonisches Gesamtbild zu gewährleisten.
Mag. art. Eva Kleinsasser
Wiener Staatsoper
Wiener Staatsoper, Opernring 2, 1010 Wien
Von Juli bis Oktober 2018 wurden die Decken- und Lünettenbilder von Moritz von Schwind sowie die Blumenbouquet-Bilder von Friedrich Sturm im Schwindfoyer der Wiener Staatsoper restauriert.
Das Schwindfoyer zählt zu den wenigen gut erhaltenen Innenräumen des romantischen Historismus. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Foyer und Loggia schwer beschädigt, Erschütterungen, Ruß- und Hitzeeinwirkung führten zu erheblichen Substanzverlusten. Frühere Restaurierungen sind belegt, doch einige Werke blieben stark beeinträchtigt.
Die Hauptschäden an den Gemälden Moritz von Schwinds umfassten hauptsächlich Oberflächenverschmutzungen, Risse und Fehlstellen. Die Maßnahmen beinhalteten eine umfassende Reinigung, die Stabilisierung der Bildträger, das Schließen von Rissen und Fehlstellen sowie die behutsame Anpassung älterer Retuschen. Besondere Herausforderungen stellte die Restaurierung der Blumenbouquet-Bilder auf Goldgrund dar, die durch frühere unsachgemäße Eingriffe erheblich geschädigt wurden.